Resonanz

Resonanz

Bildbetrachtung und Bildanalyse: „Resonanz“

Das Werk „Resonanz“ fügt sich in die Serie Reframing ein und vermittelt eine tiefgreifende Botschaft über die vielschichtige Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt, seinen inneren Kräften und den äußeren Einflüssen. Durch die geometrische Struktur, die symbolische Farbgebung und die Darstellung eines fragmentierten Pinguins entfaltet sich eine vielschichtige Reflexion über Resonanz, Balance und Identität.

 

Die Dreiecksform und das strahlende Muster: Ordnung und Verbindung

Das Werk basiert auf einer Dreiecksstruktur, die eine klare geometrische Form darstellt. Das innere Muster, das in alle Richtungen strahlt, symbolisiert die Vielschichtigkeit der menschlichen Existenz. Es verweist auf die allgegenwärtigen Kräfte, die auf den Menschen einwirken:

·         Nach oben und unten: Die vertikalen Achsen stehen für die spirituelle Dimension und das Erdende, den Spannungsbogen zwischen Transzendenz und Verwurzelung im Alltäglichen.

·         Nach links und rechts: Die horizontalen Richtungen können gesellschaftliche oder politische Orientierungen repräsentieren, aber auch die Polarität zwischen rationalem Denken und emotionalem Empfinden.

Das Strahlen des Musters deutet darauf hin, dass der Mensch stets in einem Netzwerk von Einflüssen lebt, die ihn formen, herausfordern und ihm gleichzeitig Orientierung bieten. Psychologisch betrachtet steht dies für die Resonanz mit der Welt – die Fähigkeit, auf äußere Reize zu reagieren und sich in Beziehung zu setzen.

 

Der fragmentierte Pinguin: Geteilte Identität und innere Balance

Der Pinguin, der in der unteren rechten Ecke erscheint und in der Mitte durchtrennt ist, trägt eine zentrale Bedeutung. Mit ausgebreiteten Flügeln wirkt er aktiv, fast tanzend – ein Sinnbild für Lebendigkeit und Bewegung. Doch seine Fragmentierung stellt die Frage nach der Ganzheit der menschlichen Existenz:

·         Psychologisch: Der Pinguin könnte für die Zerrissenheit stehen, die viele Menschen in ihrem Leben erfahren – zwischen ihren inneren Bedürfnissen und den äußeren Anforderungen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Pflicht und Freiheit.

·         Philosophisch: Die Durchtrennung könnte auf die Diskrepanz zwischen dem „wahren Selbst“ und dem „sozialen Selbst“ hinweisen, die durch den Einfluss externer Kräfte verstärkt wird.

Der Pinguin als Tier aus der Natur, das sowohl an Land als auch im Wasser lebt, spiegelt zudem den Übergang zwischen verschiedenen Welten wider – eine Metapher für die Anpassungsfähigkeit und Dualität des Menschen.

 

Die Farbgebung: Blau, Rot und Weiß als Kräfte der Resonanz

Die drei dominierenden Farben im Werk tragen jeweils eine spezifische Bedeutung, die miteinander in Resonanz steht:

·         Blau: Symbolisiert das Spirituelle, die Ruhe und die Weite des Himmels und des Ozeans. Es verweist auf die Sehnsucht nach Transzendenz und Harmonie.

·         Rot: Verkörpert Energie, Leidenschaft und das Lebendige, aber auch Konflikt und Gefahr. Es erinnert an die intensiven Momente des Lebens, die unser Dasein prägen.

·         Weiß: Steht für Reinheit, Klarheit und Potenzial. Es ist die Grundlage, auf der sich alle anderen Kräfte entfalten.

In der Kombination erzeugen diese Farben ein Spannungsfeld, das die Polaritäten und Ambivalenzen des menschlichen Lebens spiegelt: Ruhe und Bewegung, Frieden und Kampf, Klarheit und Chaos.

Resonanz als zentrale Botschaft

Der Titel „Resonanz“ lädt dazu ein, das Werk als eine Reflexion über die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Welt zu lesen. Resonanz bedeutet, in Beziehung zu treten, sich berühren zu lassen und selbst zu wirken. Es ist die Fähigkeit, die Schwingungen der Welt wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Das Werk zeigt, dass Resonanz keine passive Erfahrung ist – sie erfordert ein Gleichgewicht zwischen Öffnung und Abgrenzung. Die geometrische Struktur, der fragmentierte Pinguin und die Farbgebung verdeutlichen, wie viele Kräfte und Dimensionen in diesem Prozess zusammenwirken:

·         Die Dreiecksform: Verkörpert Stabilität und Orientierung.

·         Der Pinguin: Zeigt die Dynamik und Zerbrechlichkeit der individuellen Identität.

·         Das Farbschema: Unterstreicht die Spannungen, die Resonanz sowohl beflügeln als auch herausfordern können.

Philosophische Dimensionen

Auf einer tieferen Ebene hinterfragt das Werk die Rolle des Menschen in einem komplexen Universum:

·         Wie beeinflussen uns äußere Strukturen und Muster?

·         In welchem Maße sind wir in der Lage, mit den Kräften der Welt in Harmonie zu treten, ohne unsere eigene Identität zu verlieren?

·         Und wie können wir eine Balance finden zwischen den Polen, die auf uns einwirken – sei es spirituell, politisch oder emotional?

Das Werk „Resonanz“ lädt dazu ein, diese Fragen nicht nur intellektuell, sondern auch emotional zu erfahren. Es fordert dazu auf, Resonanz als einen aktiven, dynamischen Prozess zu begreifen, der uns mit der Welt verbindet und gleichzeitig unsere innere Balance stärkt.

Fazit
„Resonanz“ ist ein Werk, das in seiner Schlichtheit komplexe Botschaften vermittelt. Es zeigt, dass der Mensch stets in einem Spannungsfeld lebt, in dem er sich positionieren und orientieren muss. Die geometrischen Formen, der symbolische Pinguin und die lebendige Farbgebung machen das Werk zu einer Einladung, sich mit den Kräften auseinanderzusetzen, die auf uns einwirken – und darin die eigene Resonanz zu finden.

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