back to lif(v)e

Bildaufbau und Analyse
Das Werk back to lif(v)e spielt mit der Spannung zwischen Innen und Außen, Rahmen und Inhalt, Objektivität und Subjektivität. Der Bildaufbau besteht aus einem geometrischen Zentrum, aus dem sich strahlenförmig Farben in alle Richtungen ausdehnen. Die Farbigkeit und die perspektivische Struktur erinnern an klassische Kompositionsprinzipien der Renaissance, insbesondere an Fluchtpunktperspektiven, die Bewegung und Tiefe suggerieren. Die Farbstrahlen dehnen sich aus, als ob sie eine Öffnung in eine andere Dimension darstellen, eine Explosion von Möglichkeiten, die sich aus einem zentralen Ursprung heraus entfalten.
Dieser farbige Raum ist jedoch von einem einfachen, grauen Rahmen eingefasst, der bewusst unauffällig gehalten ist und mit seinen unterschiedlichen Seiten an ein geöffnetes Fenster erinnert. Damit öffnet sich der Blick in eine andere Realität, in eine neue Perspektive – ein klarer Verweis auf das Konzept des Reframings, das dem gesamten Werkzyklus zugrunde liegt.
Am unteren Rand des Bildes steht ein kleiner Elefant, der aus der Perspektive des Betrachters fast unscheinbar wirkt. Doch durch seine Position erhält er eine zentrale Bedeutung: Er ist das Bindeglied zwischen der irdischen Realität und der immateriellen, fast kosmisch anmutenden Farbwelt. Sein Weg führt ihn von der äußerlichen Begrenzung in das pulsierende Zentrum der Farben.
Philosophisch-psychologische Interpretation
Das Bild visualisiert die Suche nach Erfüllung und Sinn. Die grauen Rahmen stehen für die Versuche des Menschen, äußere Strukturen, Systeme und Perspektiven zu erproben – sei es durch materielle Güter, gesellschaftliche Rollen oder kognitive Muster. Doch alle diese äußeren Versuche sind letztlich unbefriedigend, weil sie nur eine Begrenzung des Blicks darstellen. Erst durch das Öffnen des inneren Raums wird das volle Farbspektrum des Lebens erkennbar.
Die Strahlen, die aus dem Zentrum hervorgehen, symbolisieren das Wesentliche, die Essenz des Seins. Sie stehen für den Moment der Erkenntnis, in dem das Außen nicht mehr als Quelle der Erfüllung betrachtet wird, sondern als Spiegel des Inneren. Der Elefant, als Symbol für Weisheit, Erinnerung und Beständigkeit, repräsentiert das Individuum, das diesen Weg beschreitet. Sein kleiner, aber entschlossener Schritt in Richtung der Farben zeigt, dass Erfüllung nicht von außen erlangt, sondern von innen nach außen gelebt wird.
Weitere Aspekte: Zeit, Bewegung und Reframing als Prozess
Das Bild enthält eine starke Zeitdimension: Der Elefant scheint sich auf eine Reise zu begeben, ein Prozess der inneren Transformation. Diese Bewegung verweist darauf, dass Reframing nicht nur ein statischer Perspektivwechsel ist, sondern ein Prozess der Bewusstwerdung. Die Öffnung des Rahmens unterstreicht, dass es keine festen Grenzen gibt – weder in der Wahrnehmung noch im Leben.
Zudem greift das Bild das Spannungsverhältnis zwischen Konkretheit und Abstraktion auf. Während der Elefant als gegenständliches Element für das Greifbare und Körperliche steht, lösen sich die Farben und die perspektivischen Linien fast in Unendlichkeit auf. Dies könnte als Darstellung der Dualität zwischen Körper und Geist, zwischen Materie und Bewusstsein gelesen werden.
Fazit
back to lif(v)e ist ein Werk, das zur Reflexion über die eigene Wahrnehmung einlädt. Es fordert den Betrachter auf, seine bisherigen Rahmen zu hinterfragen und zu erkennen, dass wahre Erfüllung nicht durch das Außen definiert wird, sondern von innen nach außen erlebbar wird. Der Elefant zeigt uns diesen Weg – still, aber zielgerichtet.